{"id":2663,"date":"2026-01-08T16:40:14","date_gmt":"2026-01-08T16:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/aktienpros.com\/?p=2663"},"modified":"2026-01-08T16:40:15","modified_gmt":"2026-01-08T16:40:15","slug":"firmenpleiten-erreichen-hoechststand-keine-entspannung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktienpros.com\/?p=2663","title":{"rendered":"Firmenpleiten erreichen H\u00f6chststand \u2013 keine Entspannung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Insolvenzwelle erreicht Ausma\u00df von zwei Jahrzehnten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr dramatisch versch\u00e4rft. <strong>17.600 Firmeninsolvenzen<\/strong> wurden registriert \u2013 der h\u00f6chste Wert seit <strong>20 Jahren<\/strong>. \u00d6konomen sehen darin keine kurzfristige Schw\u00e4chephase, sondern das Ergebnis einer langanhaltenden Stagnation. <strong>Carsten Brzeski<\/strong>, Chefvolkswirt einer internationalen Bank, bringt die Entwicklung auf den Punkt: <strong>\u201eDas sind die Folgen von drei oder f\u00fcnf Jahren Stagnation.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die wirtschaftlichen Probleme inzwischen tief in die Unternehmenslandschaft eingegraben haben. Besonders betroffen sind nicht nur kleine Betriebe, sondern zunehmend auch gr\u00f6\u00dfere Firmen mit erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gro\u00dfinsolvenzen nehmen rasant zu<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders alarmierend ist der Anstieg bei den gro\u00dfen Unternehmenspleiten. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung <strong>Falkensteg<\/strong> stieg die Zahl der Insolvenzen von Firmen mit <strong>mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz<\/strong> im Jahr 2025 um rund <strong>25 Prozent<\/strong> auf <strong>471 F\u00e4lle<\/strong>. Seit dem Tiefpunkt nach der Corona-Pandemie im Jahr <strong>2021<\/strong> habe sich die Zahl dieser Gro\u00dfinsolvenzen <strong>nahezu verdreifacht<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Studienautor <strong>Jonas Eckhardt<\/strong> beschreibt die Lage ungew\u00f6hnlich deutlich: <strong>\u201eDie deutsche Wirtschaft ringt nicht mehr nur mit Kopfschmerzen \u2013 sie hat Fieber bekommen.\u201c<\/strong> F\u00fcr viele Unternehmen sei die Situation existenziell.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Keine Trendwende f\u00fcr 2026 erwartet<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch der Blick nach vorn bietet wenig Anlass zur Hoffnung. F\u00fcr das Jahr <strong>2026<\/strong> rechnen die Experten von Falkensteg mit einem weiteren Anstieg der Gro\u00dfinsolvenzen um <strong>10 bis 20 Prozent<\/strong> auf rund <strong>530 F\u00e4lle<\/strong>. Eine rasche Erholung wird nicht erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Begr\u00fcndung hei\u00dft es, die deutsche Wirtschaft werde <strong>\u201enur schleppend auf die Beine kommen\u201c<\/strong>, da sich mehrere strukturelle Belastungen gleichzeitig verst\u00e4rken. Dazu z\u00e4hlen <strong>schwindende Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/strong>, <strong>Fachkr\u00e4ftemangel<\/strong>, <strong>hohe B\u00fcrokratiekosten<\/strong> und <strong>zur\u00fcckhaltende Investitionen<\/strong>. Diese Faktoren wirkten nicht isoliert, sondern \u00fcberlagerten sich gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Industrie besonders stark unter Druck<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders schwer getroffen ist die <strong>verarbeitende Industrie<\/strong>. \u00dcberkapazit\u00e4ten, sinkende Margen und hohe Transformationskosten setzen ganze Branchen unter Druck. Die Studie warnt, dass bestehende Gesch\u00e4ftsmodelle zunehmend an ihre Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlicher Wettbewerbsdruck droht aus Asien. Der f\u00fcr Februar angek\u00fcndigte neue <strong>F\u00fcnfjahresplan Chinas<\/strong>, der auf technologische Eigenst\u00e4ndigkeit abzielt, k\u00f6nnte den Konkurrenzkampf in Schl\u00fcsselindustrien weiter versch\u00e4rfen. Betroffen sind vor allem der <strong>Maschinenbau<\/strong> und die <strong>Automobilindustrie<\/strong>, die ohnehin mit strukturellen Problemen k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mittelstand vor existenzieller Bew\u00e4hrungsprobe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Als Hauptursachen der Insolvenzwelle nennt die Studie eine Kombination aus <strong>Strukturkrisen<\/strong>, <strong>anhaltender Konsumzur\u00fcckhaltung<\/strong> und <strong>geopolitischer Unsicherheit<\/strong>. <strong>Jonas Eckhardt<\/strong> warnt eindringlich: <strong>\u201eF\u00fcr viele Mittelst\u00e4ndler ist das keine Konjunkturdelle mehr, sondern eine \u00dcberlebensfrage.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Er geht noch weiter und beschreibt die Lage als grundlegenden Bruch: <strong>\u201eDer zyklische Abschwung entwickelt sich zum strukturellen Kollaps.\u201c<\/strong> Staatliche Infrastrukturprogramme h\u00e4tten bislang kaum messbare Entlastung gebracht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Branchen mit besonders starkem Anstieg<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein genauer Blick auf die Branchen zeigt deutliche Verschiebungen. <strong>Metallwarenhersteller<\/strong> standen 2025 mit <strong>65 Insolvenzen<\/strong> erstmals an der Spitze des Negativrankings \u2013 ein Plus von <strong>mehr als 35 Prozent<\/strong>. Damit \u00fcberholten sie die <strong>Automobilzulieferer<\/strong>, die mit <strong>59 F\u00e4llen<\/strong> weiterhin auf hohem Niveau verharren.<\/p>\n\n\n\n<p>Den st\u00e4rksten relativen Anstieg verzeichnete jedoch die <strong>Elektrotechnikbranche<\/strong>: Die Zahl der Insolvenzen stieg hier um fast <strong>77 Prozent<\/strong> auf <strong>53 F\u00e4lle<\/strong>. Im Konsumsektor zeigte sich ein gemischtes Bild. W\u00e4hrend die Insolvenzen im <strong>Einzelhandel<\/strong> um rund <strong>10 Prozent<\/strong> zur\u00fcckgingen, nahmen sie bei <strong>Herstellern von Nahrungs- und Konsumg\u00fctern<\/strong> um etwa <strong>30 Prozent<\/strong> zu.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Strukturelle Probleme statt kurzfristiger Krise<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die aktuellen Daten machen deutlich, dass es sich nicht um ein vor\u00fcbergehendes Tief handelt. Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Phase tiefgreifender Anpassungen. Unternehmen, die jahrelang tragf\u00e4hige Gesch\u00e4ftsmodelle hatten, geraten zunehmend unter Druck. Die Insolvenzzahlen spiegeln damit nicht nur wirtschaftliche Schw\u00e4che wider, sondern einen umfassenden <strong>Strukturwandel<\/strong>, dessen Folgen sich weiter versch\u00e4rfen d\u00fcrften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insolvenzwelle erreicht Ausma\u00df von zwei Jahrzehnten Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr dramatisch versch\u00e4rft. 17.600 Firmeninsolvenzen wurden registriert \u2013 der h\u00f6chste Wert seit 20 Jahren. \u00d6konomen sehen darin keine kurzfristige Schw\u00e4chephase, sondern das Ergebnis einer langanhaltenden Stagnation. 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