{"id":3041,"date":"2026-03-02T14:22:07","date_gmt":"2026-03-02T14:22:07","guid":{"rendered":"https:\/\/aktienpros.com\/?p=3041"},"modified":"2026-03-02T14:22:08","modified_gmt":"2026-03-02T14:22:08","slug":"hormus-blockade-treibt-oel-und-preise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktienpros.com\/?p=3041","title":{"rendered":"Hormus-Blockade treibt \u00d6l und Preise"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Explosion der Roh\u00f6lnotierungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die milit\u00e4rische Zuspitzung im Nahen Osten hat die Energiem\u00e4rkte weltweit ersch\u00fcttert. Nachdem die Stra\u00dfe von <strong>Hormus<\/strong>, eine der wichtigsten Handelsrouten f\u00fcr Roh\u00f6l, faktisch gesperrt wurde, schnellten die \u00d6lpreise zeitweise um mehr als <strong>zehn Prozent<\/strong> in die H\u00f6he. Ein Barrel der Nordseesorte <strong>Brent<\/strong> verteuerte sich in der Spitze um <strong>13 Prozent<\/strong> auf <strong>82,37 US-Dollar<\/strong> \u2013 den h\u00f6chsten Stand seit <strong>Januar 2025<\/strong>. Auch das US-Leicht\u00f6l <strong>WTI<\/strong> erreichte mit <strong>75,33 Dollar<\/strong> zwischenzeitlich ein Niveau, das zuletzt im <strong>Juni 2025<\/strong> verzeichnet worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Handelsverlauf gaben die Preise etwas nach, blieben jedoch deutlich erh\u00f6ht. Brent notierte zuletzt bei <strong>78,05 Dollar<\/strong>, rund <strong>7,5 Prozent<\/strong> \u00fcber dem Vorkriegsniveau. WTI lag bei <strong>71,52 Dollar<\/strong> je Barrel. Analysten der <strong>Citigroup<\/strong> rechnen in dieser Woche mit einer Handelsspanne von <strong>80 bis 90 Dollar<\/strong> f\u00fcr Brent.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"492\" src=\"https:\/\/aktienpros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-1024x492.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3043\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"485\" src=\"https:\/\/aktienpros.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-1-1024x485.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3044\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zapfs\u00e4ulen reagieren unmittelbar<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die steigenden Roh\u00f6lpreise wirken sich rasch auf Verbraucher aus. Laut Zahlen des <strong>ADAC<\/strong> verteuerte sich ein Liter <strong>Super E10<\/strong> im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag um <strong>1,6 Cent<\/strong> gegen\u00fcber Freitag. Diesel kostete <strong>1,3 Cent<\/strong> mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Kraftstoffexperte <strong>Christian Laberer<\/strong> warnte vor einer weiteren Belastung: \u201e<strong>Ich bef\u00fcrchte, dass es heute an den Zapfs\u00e4ulen noch weiter nach oben geht.<\/strong>\u201c Am Vormittag deuteten die Daten auf Steigerungen von <strong>drei bis vier Cent<\/strong> hin. Betrachtet man die Preise jeweils um 10.30 Uhr von Freitag bis Montag, ergibt sich f\u00fcr E10 ein Anstieg von <strong>f\u00fcnf Cent<\/strong>, f\u00fcr Diesel sogar von <strong>5,2 Cent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte der \u00d6lpreis hoch bleiben, sei laut Laberer ein anhaltender Aufw\u00e4rtstrend wahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Heiz\u00f6l verteuert sich drastischer<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Noch deutlicher fiel die Reaktion beim Heiz\u00f6l aus. Das Portal <strong>Heizoel24<\/strong> meldete am Montagvormittag Preise von zeitweise \u00fcber <strong>120 Euro pro 100 Liter<\/strong>. Am Freitag lagen die Notierungen noch unter <strong>100 Euro<\/strong>. Gleichzeitig registrierte die Plattform eine stark gestiegene Nachfrage, insbesondere am Wochenende.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Preisbewegungen zeigten sich extrem volatil. Marktbeobachter f\u00fchren dies auf die Unsicherheit \u00fcber die Dauer und Intensit\u00e4t der milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Angriffe in der Golfregion<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser der aktuellen Preissch\u00fcbe sind Raketenangriffe auf Tanker in der Golfregion. Die iranischen Revolutionsgarden erkl\u00e4rten, sie h\u00e4tten <strong>drei Tanker<\/strong> aus den <strong>USA<\/strong> und <strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong> getroffen. Reedereien best\u00e4tigten Sch\u00e4den an mindestens drei Schiffen. Der Tanker <strong>\u201eMKD VYOM\u201c<\/strong> wurde vor der K\u00fcste Omans beschossen, ein Besatzungsmitglied kam ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem verk\u00fcndete der Iran die Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus. Diese Meerenge ist f\u00fcr rund <strong>ein F\u00fcnftel der weltweiten \u00d6ltransporte<\/strong> zentral. Schiffsdaten zufolge lagen am Sonntag mehr als <strong>200 Schiffe<\/strong>, darunter \u00d6l- und Gastanker, vor der Passage vor Anker.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umleitungen \u00fcber Afrika<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die d\u00e4nische Reederei <strong>Maersk<\/strong> k\u00fcndigte an, ihre Schiffe erneut um das <strong>Kap der Guten Hoffnung<\/strong> zu leiten. Hintergrund sind Angriffe und Drohungen der Huthi-Rebellen im Jemen, die nach Beginn israelischer und amerikanischer Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen den Iran wieder verst\u00e4rkt Handelsschiffe attackieren wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Jahres hatte Maersk Testfahrten durch das Rote Meer und den Golf von Aden unternommen. Nun werden die Routen erneut verl\u00e4ngert, was Lieferzeiten und Transportkosten erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>OPEC+ erh\u00f6ht Produktion \u2013 begrenzte Wirkung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ungeachtet der Eskalation beschloss das \u00d6lkartell <strong>OPEC+<\/strong> eine moderate Produktionsanhebung. Die t\u00e4gliche F\u00f6rdermenge soll um <strong>206.000 Barrel<\/strong> steigen. Offiziell wird dies mit einem stabilen Konjunkturausblick und niedrigen Lagerbest\u00e4nden begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Analystin <strong>Helima Croft<\/strong> von <strong>RBC Capital<\/strong> betonte jedoch: \u201e<strong>Die Nutzung zus\u00e4tzlicher Kapazit\u00e4ten ist stark eingeschr\u00e4nkt, wenn zentrale Wasserstra\u00dfen unpassierbar sind.<\/strong>\u201c Selbst h\u00f6here F\u00f6rdermengen k\u00f6nnten also die Engp\u00e4sse nicht vollst\u00e4ndig kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Internationale Energieagentur (IEA)<\/strong> erkl\u00e4rte, sie beobachte die Situation genau und halte strategische Reserven bereit, falls eine Freigabe notwendig werde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auswirkungen auf Deutschland<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bundeswirtschaftsministerin <strong>Katherina Reiche<\/strong> mahnte zur Besonnenheit. Deutschland beziehe \u201e<strong>keine signifikanten Mengen<\/strong>\u201c Fl\u00fcssiggas \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus. Gasimporte k\u00e4men vor allem aus <strong>Norwegen<\/strong> und <strong>Belgien<\/strong>, Fl\u00fcssiggas \u00fcberwiegend aus den <strong>USA<\/strong> und <strong>Kanada<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig schloss sie steigende Energiepreise nicht aus. \u201e<strong>Es kann zu Preissteigerungen kommen.<\/strong>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Chefvolkswirt <strong>J\u00f6rg Kr\u00e4mer<\/strong> von der <strong>Commerzbank<\/strong> \u00e4u\u00dferte sich differenziert: \u201e<strong>Dauert der Krieg nur wenige Wochen, w\u00e4re die Wirtschaft hierzulande faktisch nicht betroffen.<\/strong>\u201c Eine l\u00e4ngere Eskalation k\u00f6nne jedoch Wachstum und Inflation sp\u00fcrbar beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fest steht: Die Blockade einer der wichtigsten Energiehandelsrouten hat unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen. Ob daraus eine langfristige Belastung f\u00fcr M\u00e4rkte und Verbraucher erw\u00e4chst, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von der Dauer des Konflikts ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Explosion der Roh\u00f6lnotierungen Die milit\u00e4rische Zuspitzung im Nahen Osten hat die Energiem\u00e4rkte weltweit ersch\u00fcttert. Nachdem die Stra\u00dfe von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten f\u00fcr Roh\u00f6l, faktisch gesperrt wurde, schnellten die \u00d6lpreise zeitweise um mehr als zehn Prozent in die H\u00f6he. 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